Norwegen hat sein ehrgeiziges Ziel für 2025 nur knapp verfehlt: 95,9 Prozent aller neu zugelassenen Autos waren reine Elektrofahrzeuge. Die Regierung hatte angestrebt, ab 2025 nur noch emissionsfreie Neuwagen zu verkaufen – als unverbindliches Ziel. Im Dezember schnellte der E-Auto-Anteil sogar auf fast 98 Prozent hoch, getrieben von einer bevorstehenden Steueränderung.
Der Dezember-Boom hat einen konkreten Grund: Ab dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Mehrwertsteuer-Regelung für Elektroautos. Bisher waren E-Autos bis zu einem Wert von 500.000 Kronen (rund 42.000 Euro) von der Mehrwertsteuer befreit. Ab 2026 sinkt diese Grenze auf 300.000 Kronen (etwa 25.000 Euro). Die volle Abschaffung der Steuerbefreiung wurde von 2027 auf 2028 verschoben.
Geir Inge Stokke, Chef der norwegischen Verkehrsinformationsbehörde OFV, erklärte: «Das Jahresende war historisch stark.» Es bestehe «kein Zweifel», dass die Steueränderung viele Menschen zum Kauf eines neuen Elektroautos vor Jahresende bewegt habe. Die Gesamtzahl der Neuzulassungen 2025 brach mit 179.549 Fahrzeugen den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2021.
Zuckerbrot und Peitsche
Norwegens Erfolg basiert auf einer Doppelstrategie: Steueranreize für E-Autos und gleichzeitig deutlich höhere Kosten für Verbrenner. Christina Bu, Leiterin des norwegischen Elektroauto-Verbands, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: «Das wird außerhalb Norwegens oft missverstanden – man denkt, es gehe nur um Steuerbefreiungen und Vergünstigungen, aber es geht auch sehr stark um die Peitsche.»
Verbrennermotoren würden regelrecht «aus dem Markt herausbesteuert», so Bu weiter. Allein die Zulassungssteuer für neue Benzin- und Dieselautos kann rund 10.000 Euro betragen. Hinzu kommen steigende Abgaben auf fossile Brennstoffe.
Die hohe Nachfrage zwang Autohersteller zu schnellen Reaktionen. Per Gunnar Berg, Geschäftsführer von Ford Norway, sagte Reuters: «Wir haben sehr schnell Fahrzeuge umgeleitet, die ursprünglich nicht für Norwegen bestimmt waren, um sie schneller hierherzubringen.»
Tesla dominiert den Markt
Tesla bleibt zum fünften Mal in Folge die meistverkaufte Automarke in Norwegen mit 19 Prozent Marktanteil. Allein das Model Y verkaufte sich 27.621 Mal. Volkswagen folgt mit 13 Prozent auf Platz zwei, Volvo mit knapp acht Prozent auf Platz drei. Die wenigen neu zugelassenen Verbrenner waren vor allem Spezialfahrzeuge wie rollstuhlgerechte Autos, Polizei- und Einsatzfahrzeuge sowie Hybrid- und Sportwagen.
Norwegens rasante Elektrifizierung steht im Kontrast zur übrigen EU. Dort erwägt die Europäische Union wegen schwacher E-Auto-Nachfrage eine Aufweichung des geplanten Verbrenner-Verbots ab 2035. Das ölreiche Norwegen zeigt, dass die Verkehrswende mit konsequenten Anreizen und Kosten für Verbrenner gelingen kann.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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